Der Mensch steht für Herman Hertzberger
im Mittelpunkt der Architektur. Er gilt als einer
der bedeutendsten Vertreter des Strukturalismus.
Der Strukturalismus ist eine Strömung in Architektur
und Städtebau, die auf den so genannten Funktionalismus
reagierte, der zu einem sterilen Städtebau führte.
Architektur wird als Prozess mit offenem Ausgang begriffen:
Soziale Strukturen und das Verhalten des Menschen
sind Ausgangspunkt für den Entwurf neuer Raumstrukturen.

Mit seiner Architektur hat Herman Hertzberger bereits Schule gemacht:
Unter anderem entwarf er die Montessori-Schule in Delft. Sie erhielt ein fortlaufendes
System von Räumen und Übergangsräumen, das neue Möglichkeiten eröffnete.
Die kombinierte Einrichtung von Grundschule und Kindergarten gilt als vorbildliches
Beispiel für ein maßstäbliches und architektonisch gegliedertes Gebäude für Kinder.
Die Räume regen zu unterschiedlichsten Aktivitäten, Erkundungen, Experimenten und
gemeinschaftlichen Spielen an. Gleichzeitig gibt das Gebäude genug
Rückzugsmöglichkeiten für Ruhe und Erholung oder konzentriertes Arbeiten.

Herman Hertzberger setzt mit seinen Bauwerken ein wesentliches gesellschaftliches
Prinzip in Architektur um: Architektur ist untrennbar mit den wesentlichen Bedürfnissen
des Menschen als Individuum und Mitglied einer Gemeinschaft –
der Gesellschaft – verbunden.

www.hertzberger.nl